Barock : Der zufällige Krieg des Don Emmanuel

Der zufällige Krieg des Don Emmanuel

EUR 8,00


Grausam gut - Eine Inhaltsangabe dieses Buches zu geben, ist beinah unmöglich, so ist auch die im Klappentext und oben angegebene Geschichte von Dona Constanza, die einen Fluss, dem die Bauern ihr Trinkwasser entnehmen, umleiten lässt um ihren ausgetrockneten Swimmingpool zu füllen, nur eine von unzähligen Episoden, die das Buch schildert.Angesiedelt in einem fiktiven südamerikanischen Land, in dem unschwer politische und gesellschaftliche Strukturen der argentinischen und chilenischen Diktaturen zu erkennen sind, beschreibt das Buch in unzähligen Geschichten, die ebenso bunt wie grausam, so lebendig wie unerträglich sind, exemplarische Schicksale: Der Präsident des Landes, der durch seine Kurzsichtigkeit und Profitgier das Land an die wirtschaftlichen Großmächte verkauft, deren Interessen allein den Bodenschätzen und den Erträgen der Plantagen gilt. General Ramirez, der seine weiße Weste sauber hält, indem er anderen die schmutzige Arbeit des Eliminierens vermeintlicher Terroristen aufträgt. Captain Fuerte, der sich seinen Glauben an Gerechtigkeit erhalten will, und der zum entscheidenden Gegenschlag ausholt, als er eines anderen belehrt wird. Dona Constanza, die, getrieben von Lust und Liebe, das Lager wechselt.Auf der Gegenseite stehen Bauern, Fährtensucher, Jäger, die sich zusammenschließen zu mehr oder weniger organisierten Gruppen, die ihre Rechtlosigkeit und Ohnmacht mit Gewehren, List, Wut und Aberwitz bekämpfen: Remedios, die als Kind beim Vergewaltigen und Abschlachten ihrer Eltern zusehen musste. Dom Emmanuel, gebürtiger Engländer, den seine Expedition zurückgelassen hat, der jetzt wie ein Einheimischer als Wanderer zwischen den Welten lebt. Aurelio, dessen Tochter auch nach ihrem Tod bei ihrem Vater bleibt. Und viele andere mehr.Man hat nach dem Lesen das Gefühl, als platze das Buch aus allen Nähten, und man ist wie erschlagen von der Fülle der Bilder, ihrer Farbe und ihrer Grausamkeit. Und nicht zuletzt von der Leichtigkeit, mit der de Bernières auch die furchtbarsten Geschehnisse schildert, und seinem Witz, der dem Leser hilft, sich dem Grauen zu stellen.

Genial - Das ist wohl das beste Buch,daß ich in letzter Zeit gelesen habe.Die Beschreibung der (Über-)Lebensverhältnisse in Südamerika zur Zeit der Diktaturen ist einfach genial.Nein,es handelt sich nicht um ein lustiges Buch.Es wird gestorben, vergewaltigt undKorruption ist an der Tagesordnung.Aber es gibt Menschen,die sich wehren,auch mit sehr eigenwilligen Mitteln.Dabei nervt der Autor nicht mit erhobenen Zeigefingern oder langwierigen Erklärungen,sondern läßt die Figuren handeln.Kein Buch für zarte Gemüter,aber für mich ein literarisches und zeitgenössisches Meisterwerk.P.S. Die anderen zwei Bücher der Triologie sind genauso herausragend.

Miserable deutsche Uebersetzung - Die Sterne beziehen sich nicht auf die Geschichte von Louis de Bernières, sondern auf die Uebersetzung.Kürzlich habe ich in der Originalsprache (English) die Bücher Corelli s Mandolin und Cardinal Guzman and the troublesome offsprings geradezu verschlungen. Ausgezeichnete Literatur! Nun bin ich daran, die Geschichte Der zufällige Krieg des Don Emmanuel in der deutschen Uebersetzung zu lesen. Ich finde die Uebersetzung miserabel und stosse mich an den holprigen Redewendungen... Schade für den Roman!

Tragikomik und Mystisches aus Südamerika - Den Inhalt von Louis De Bernieres Der zufällige Krieg des Don Emmanuel kann man in keiner Synopsis erfassen. Die Protagonisten tummeln sich auf einem südamerikanischen (im wahrsten Sinne des Wortes) Schlachtfeld des Wortes. Die Personen kommen und gehen, Komik und Tragik wechseln fließend und die Erzählstränge spriessen in alle Richtungen. Dabei verliert De Bernieres aber nie den Überblick und das Gefühl für die ihm offensichtlich am Herzen liegende Geschichte. Im Zentrum seines Romans steht ein kleines Dorf inmitten des Dschungels eines fiktiven aber doch repräsentativen südamerikanischen Landes. An der Geschichte dieses Dorfes, des gewitzten Don Emmanuel, der Indianer, der kommunistischen Rebellen, Unmengen barbarischer Soldaten und einer Plage hilfsbereiter Katzen spinnt sich eine Erzählung über die Liebe und Freundschaft, welche einen tiefen und genauen Blick in die gespaltene Persönlichkeit eines jeden südamerikanischen Landes tut. Denn neben aller Lebensfreude, einem wünderschönen Land und einer jahrtausende alten Kultur, beschreibt Louis De Bernieres in Der zufällige Krieg des Don Emmanuel eben auch die unglaublichen Verbrechen einer neuen Inquisition, die Spiele zum Machterhalt auf den Schultern ihres Volkes ausübt. Es tauchen sämtliche bekannten Diktatoren Süd- und Mittelamerikas persönlich oder als Alterego auf (Pinochet etc.) und auch die Falklandinseln haben selbstredend ihren Auftritt. Dies alles geschieht mit unbeschreiblichem Tempo und einer guten Portion Wut in jedem Wort eines hinreißenden Buches. cg (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)




Der zufällige Krieg des Don Emmanuel